Die Entscheidung des Aufsichtsrates des Heidekreis-Klinikums für den Neubau eines Klinikums am Standort F4 Bad Fallingbostel wird nicht nur in den sozialen Netzwerken intensiv diskutiert.
Für mich ist klar: Ich werde nicht noch einmal – wie bei der Umstrukturierung des Klinikums vor nun fast zehn Jahren – den Fehler machen und bei Entscheidungen zum Heidekreisklinikum die Akzeptanz durch die Bevölkerung zu wenig im Blick haben.
Bei der Entscheidung für einen Standort des geplanten neuen Klinikums steht für mich der Mensch und die Daseinsvorsorge, die ein kommunales Krankenhaus erfüllen soll, im Mittelpunkt. Natürlich kommt der vom Aufsichtsrat gewählte Standort laut des gewählten Rechenmodells in Betracht, aber- in diesem Rechenmodell wurde ein wichtiger Punkt nicht berücksichtigt: Die Bürgerinnen und Bürger in unserem Landkreis werden mit den Füßen darüber abstimmen, ob ein neues Krankenhaus zu einem Erfolgsmodell wird oder nicht. Ohne die breite Akzeptanz der Bewohnerinnen und Bewohner im Heidekreis wird es nicht möglich sein, das neue Klinikum erfolgreich zu betreiben und es wird damit dann auch kein Aushängeschild für unseren Landkreis und darüber hinaus werden können. Der Standort Dorfmark ist für weite Teile Bispingens, Munsters, Neuen-kirchens und Schneverdingens besser erreichbar als der Standort „F4 Bad Fallingbostel“.
Für mich ist diese Erreichbarkeit des Klinikums für die Menschen aus dem Heidekreis von großer Bedeutung. Das angebrachte Argument für ein Potenzial von fast 180.000 zu erreichenden Menschen, auch über die Kreisgrenzen hinaus, kann nicht einen großen Teil Bewohner unseres Landkreises derart benachteiligen.
Alle Kommunen des Heidekreises finanzieren über die Kreisumlage die Investitionssumme, die der Landkreis selbst für den Klinikneubau aufbringen müsste, mit. Ein weiterer wichtiger Grund ist für mich, dass ohne Akzeptanz in der Bevölkerung diese große Investition nicht darstellbar ist. Wer für das neue Klinikum über die Steuergelder zahlt, muss es auch im Sinne der Daseinsvorsorge nutzen und schnell erreichen können!
Deshalb habe ich meine Prioritäten klar gesetzt und die Rangfolge der Entscheidungskriterien anders gesetzt:

· Der Klinikneubau soll eine schnelle und sichere medizinische Versorgung für alle Bewohnerinnen und Bewohner des Heidekreises garantieren!

· Das neue Krankenhaus muss deshalb zentral und bestmöglich erreichbar für alle Bürgerinnen und Bürger des Landkreises sein!
Nach meiner Auffassung sind diese wichtigen Punkte in dem vom Aufsichtsrat gewählten Standort nicht gegeben. Darum werde ich bei der Abstimmung in der Kreistagssitzung am 26. Juni 2020 gegen den Beschluss-vorschlag und damit gegen den gewählten Standort F4 in Bad Fallingbostel stimmen.