Am vergangenen Dienstag haben wir im Rahmen des Schneverdinger Stadtgesprächs über die Möglichkeiten zum Bienen- und Insektenschutz informiert. Dazu hatte ich als Referenten meinen Landtagskollegen Frank Oesterhelweg eingeladen. Im Vorfeld der Abendveranstaltung trafen wir uns mit örtlichen Imkern, Mitgliedern der AG „Heide-Blüten-Stadt Schneverdingen“ und interessierten Bürgern zu einem Ortstermin in Insel. Unter anderem erläuterte der stellvertretende Vorsitzende des Imkersvereins Schneverdingen, Klaus-Gerd Ruschmeyer, Möglichkeiten aber auch auf-tretende Probleme bei der Anlage von Bienen- und Insektenfreundlichen Blühstreifen. Gerade in diesem witterungsbedingt extremen Jahr sehe man, wie wichtig die Auswahl von regional passenden Samen für eine solche Anlage sei . „Für die Anlage solcher Flächen gibt es kein Patentrezept“ stimmte der Landtagsvizepräsident Oesterhelweg zu. Die Bodenbeschaffenheit und die Niederschlagsmenge würden eine große Rolle spielen, deshalb sei es ratsam, nicht blind auf landesweit empfohlene Saatmischungen zurückzugreifen, sondern bei der Auswahl genauer hinzusehen.

Auf der Terrasse des Cafe-Höpen Idyll in Schneverdingen hatten sich am Abend ca.35 Gäste eingefunden, um den Vortrag von Frank Oesterhelweg zu hören. Dieser hob gleich zu Beginn hervor, dass ihm zur erfolgreichen Arbeit an diesem Thema das Miteinander auf ganz persönlicher Ebene, losgelöst von der Partei und Ideologie wichtig sei. Landwirte und Imker hätten gleiche Interessen, außerdem habe der Bienenschutz eine nicht zu unterschätzende kommunale Bedeutsamkeit, nicht nur für den Umweltschutz und hinsichtlich wirtschaftlicher Aspekte, sondern auch im Bereich der Allgemeinbildung: Jeder könne und solle etwas tun, wenn er nur wisse was. So habe beispielsweise der Wolfenbütteler Kreistag im Rahmen des von Oesterhelweg angesprochenen „Braunschweiger Modells“ sein Angebot zur kostenlosen Bereitstellung von Pflanzmaterial um spät blühende Büsche und Bäume deutlich erweitert, damit Insekten auch im Spätsommer in Feld und Flur ein ausreichendes Nahrungsangebot vorfinden können. Für innerörtliche Bereiche wurde eine gemeinschaftliche Bestellung solcher Pflanzen organisiert, was in der ganzen Region auf großen Zuspruch gestoßen sei. Auch die zusätzliche Einsaat von im Spät-sommer Nahrung bietenden Blühstreifen auf bereits bestehenden Streuobstwiesen sei eine unbürokratische, aber sehr wirksame Maßnahme. So manche Restfläche auf Vereinsanlagen, öffentlichem und privatem Grund könne für die Anlage von Blühstreifen oder die Anpflanzung von Spätblühern zur Verfügung stehen.
Im Anschluss an den Vortrag entstand eine lebhafte und sehr gute, konstruktive Diskussion die deutlich machte: Das Wichtigste ist, dass man miteinander redet, sich informiert und gemeinsam nach Lösungen sucht. So können beispielsweise kleine Fehler, wie das gut gemeinte Beregnen von blühenden Flächen am Tage vermieden werden und die Beregnung in die Abendstunden nach 21 Uhr verlegt werden: Dann fliegen keine Insekten mehr und können somit durch die Beregnung keinen Schaden nehmen.
Dieser Themenabend wird nicht die letzte Veranstaltung zum Bienen- und Insektenschutz gewesen sein. Wir werden weiter aktiv informieren uns dabei gleichermaßen an Land- und Forstwirte, Imker, Kommunen, Privatleute und Naturschützer wenden, um den Menschen die Bedeutung der Bienen und Insekten in Landwirtschaft, Garten und Natur näher zu bringen.